Hinterschlagener Pfand – kurioser Wahlkampf in Israel

Ein kurios anmutender Skandal spielt derzeit in den israelischen Wahlkampf rein: Sara Netanyahu, Ehefrau des Ministerpräsidenten, soll als überengagierte Pfandsammlerin aufgefallen sein. Um die 80.000 Pfandflaschen soll die „First Lady“ zusammengerafft haben. Das Problem dabei: Diese gehörten dem israelischen Staat. Für Benjamin Netanyahu wird die peinliche Geschichte zum Wahlkampfdebakel, das mit „Bottlegate“ direkt einen griffigen Namen bekommen hat.

Hausmeister erbringt Vorwürfe

Knapp 1000 Euro hat das Ehepaar im Jahr 2013 an den Staat für den unrechtmäßig eingesackten Pfand zurückgezahlt – dies sei aber viel zu wenig, kritisiert der ehemailge Hausmeister der Residenz der Netanyahus und schätzt den tatsächlich anfallenden Pfand auf die sechsfache Summe ein. Noch pikanter an den Vorwürfen: Die Gattin soll extra angeordnet haben, kleinen Flaschen zu kaufen, da diese mehr Pfand kosten. Der Generalstaatsanwalt hat aufgrund der Vorwurfe mittlerweile mit offiziellen Ermittlungen beginnen. Auch der oberste Rechnungsprüfer des Landes hat sich bereits eingeschaltet. Dessen Bericht dürfte pikant werden, erste Einzelheiten sind bereits durchgesickert: So soll der Premierminister in knapp 20 Monaten mehr als 30.000 Euro für Alkohol ausgegeben haben, ein Vielfaches des dafür veranschlagten Jahresbudget. Netanyahu wiegelt derweil ab und bezeichnet die Vorwürfe als Schmutzkampagne, die in Zeiten des Wahlkampfs natürlich sehr ungelegen kommt.

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