Mindestlohnkommission steht

2015 kommt der Mindestlohn auch in Deutschland und so langsam nimmt auch die Ausgestaltung der neuen Lohnpolitik Gestalt an. Wichtigstes Element bei der Lohnuntergrenze: Eine Kommission, die in regelmäßigen Abständen über eine Erhöhung, oder im Falle einer wirtschaftlichen Rezession einer Verminderung, des Mindestlohns berät und eine entsprechende Empfehlung an die Bundesregierung gibt, welche den Mindestlohn dann jährlich anpasst. Eine solche Kommission besteht in den meisten anderen europäischen Ländern mit Mindestlohn und hat sich dabei bewährt. Damit die Lohnsetzung weiterhin zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden verhandelt wird, sind in der Kommission lediglich Mitglieder der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden stimmberechtigt. Neben jeweils drei Vertretern beider Seiten kommen zwei Wissenschaftler mit einer Beratungsfunktion hinzu, komplettiert wird die Kommission durch ihren Vorsitzenden, dessen Name heute bekanntgegeben wurde.

Henning Voscherau erster Vorsitzender der Kommission

Mit Henning Voscherau wird ein in Tarifverhandlungen erfahrener Mann der erste Vorsitzende der lang erwarteten Kommission, wie Spiegel Online berichtet. Der ehemalige Bürgermeister von Hamburg war beispielsweise schon als Schlichter bei Tarifverhandlungen zwischen der Telekom und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi tätig. Wirklich tätig wird die Kommission allerdings erst einmal nicht, denn die nächste Anpassung des Mindestlohns ist erst für 2018 geplant. Ob von dort an jährlich oder weiter im Turnus von drei Jahren eine Lohnanpassung vorgenommen wird, ist derzeit nicht bekannt. Vermutlich sollen erst einmal Erfahrungen mit dem neuen Instrument der Lohnsetzung gemacht werden, denn ein jährlicher Rhythmus der Anpassung hat sich in anderen Ländern bereits bewährt und wäre wesentlich flexibler als ein Anpassung, die lediglich alle drei Jahre vorgenommen wird.

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