Präventive Verbrechensbekämpfung: Polizei will Big Data nutzen

Bereits im letzten Blogbeitrag wurde die Thematik behandelt: Angesammelte Daten, im Kontext häufig auch als Big Data bezeichnet, werden mittlerweile in sämtlichen Lebensbereichen gesammelt und nach Möglichkeiten auch genutzt. Jetzt plant auch die deutsche Polizei, zunächst im Bundesland Nordrhein-Westfalen den Einsatz entsprechender Technologien, die im Ausland bereits mit Erfolgen getestet wurden.

Verbrechen verhindern statt aufklären?

Das Ganze erinnert ein wenig an den Sciencefiction-Thriller Minority Report: In dem Action-Hit arbeitet Tom Cruise für die Polizei in der neuartigen Precog-Abteilung, in der Menschen mit einer speziellen Begabung Morde voraussehen, die es dann vor Tathergang zu verhindern gilt. Ähnlich will die Polizei heutzutage Verbrechen schon präventiv verhindern, anstelle mysteriöser Visionen sollen allerdings verschiedenste Daten maschinell ausgewertet werden. Aus diesen Daten sollen sich Hinweise ergeben, die sich aus Korrelationen und Zusammenhängen der Daten ergeben, auf die ein Polizist mit normalem Nachdenken und kriminalistischer Erfahrung nicht kommen würde. Vorbildhaft ist etwa die Polizeibehörde aus Los Angeles, die die Einbruchszahlen durch die Anwendung des sogenannten Predictive Policing angeblich um stolze 25% gesenkt habe.

Hinweise aus den Daten

Als Beispiel für Verbrechen, die mit Big Data vorausgesagt werden können, werden beispielsweise Einbrüche in Grenzgebieten aufgeführt. Wenn hier vermehrt ausländische Nummernschilder erfasst sowie der vermehrte Einsatz von ausländischen Handys festgestellt werde, sei der Verdacht einer aus dem Ausland operierende Diebesbande gegeben. Durch verstärkte Polizeipräsenz bei entsprechenden Mustern könnten die geplanten Einbrüche dann verhindert werden. Bleibt zu hoffen, dass entsprechende Techniken nur sehr sorgfältig eingesetzt werden, bei fahrlässigem Einsatz auf Verdacht dürfte es leicht passieren, dass unbescholtene Bürger ins Visier der Ermittler gelangen.

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