Ukraine-Krise: Altkanzler Schmidt kritisiert Kurs der EU

Als die derzeitige Krise um die Ukraine gerade begann Fahrt aufzunehmen, kritisierte Altkanzler Schröder westlichen Konfrontationskurs. Es sei ein Fehler, Russland durch die ständige Erweiterung Richtung Osten vor den Kopf zu stoßen. Mit der Taktik, die Ukraine vor die Wahl zu stellen, sich zwischen der EU und Russland zu entscheiden, wird weder Europa noch der Ukraine ein Gefallen getan. Besonders ernst genommen wurden die Warnungen des Kanzlers außer Dienst allerdings nicht, hauptsächlich wurde sein beruflichen Engagements für den russischen Energiekonzern Gasprom angeführt, um die Aussagen Schröders zu relativieren. Jetzt allerdings hat sich ein weiterer Altkanzler mit einem ähnlichen Tenor in die Debatte eingemischt: Auch Helmut Schmidt, der von den Medien üblicherweise hofiert wird, lässt ähnliches Worte wie Gerhard Schröder verlauten.

Schmidt: Brüsseler Demokraten verstehen nichts von internationaler Politik

Auch Helmut Schmidt lässt kaum ein gutes Haar an der politischen Strategie des Westens und insbesondere an den Beamten der EU-Kommission, die die Ukraine in die schwierige Lage einer Entscheidung zwischen Ost und West getrieben hätten. So wirft er den Bürokraten aus Brüssel Größenwahn vor, in Ländern wie der Ukraine oder auch Georgien, sei man schlicht fehl am Platz. Die derzeitige Bundeskanzlerin Angela Merkel teilt diese Sichtweise allerdings nicht: Es sei der früherer ukrainische Präsident, Janukowitsch, selbst gewesen, der den nach Westen ausgerichteten Kurs der Ukraine eingeleitet hätte. Derzeit scheint sich die Lage wieder leicht zu entschärfen und die Karte der Diplomatie wird wieder gespielt. Denn ein Interesse an der Eskalation des Konflikts hat weder Europa noch Russland.

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