Europas zynische Asylpolitik

Im Zuge des Schiffsunglücks vor Lampedusa, bei der hunderte Flüchtlinge aus Afrika vor der italienischen Insel ertranken, ist die Diskussion um die europäische Asylpolitik wieder in den Fokus gerückt worden. Mittlerweile hat sich auch der Papst über die menschenunwürdige Asylpolitik in Europa geäußert und in Italien ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Flüchtlingen helfen ernsthaft als Straftat in Form von Beihilfe zur illegalen Einreise gewertet werden kann. Ein Punkt der in der derzeitigen Diskussion besonders zynisch erscheint: Während die Armen vor Europas Toren ihr Leben lassen oder abgewiesen werden, bieten sich für Wohlhabende in immer mehr Staaten die Möglichkeit, sich in den Schengen-Raum hereinkaufen zu können.

Aufenthaltsgenehmigung gegen Immobilienkauf

Eine häufig zwar zeitlich begrenzte, aber praktisch quasi dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Europa ist für Menschen aus dem Rest der Welt kein Problem mehr – vorausgesetzt man verfügt über das nötige Kleingeld: In Portugal erhält man bereits seit 2012 eine zweijährige Aufenthaltserlaubnis bei Käufen ab 500.000 Euro. In Griechenland lockt der Schein schon ab der Hälfte des Betrages, allerdings erhält der Investor auch nur eine Erlaubnis, mit der er die Hälfte des Jahres im Schengen-Raum bleiben darf – was selbstverständlich nicht wirklich überprüft wird. Ganz neu dabei ist Spanien: Seit vergangenen Dienstag bekommt man für Investitionen ab 500.000 Euro im spanischen Immobilienmarkt, der in Zuge der europäischen Krise in eine starke Schieflage geraten ist, eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis mit drauf. Das Land erhofft sich bis zu 300.000 potentielle Käufer, die vor allem die Luxusimmobilien, für die im krisengeplagten Spanien die Käuferschicht wegfällt, erwerben sollen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft, Politik

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.