Zum medialen Umgang mit der Flut

Nach etwa einem Jahrzehnt ist es erneut zu einer sogenannten Jahrhundertflut gekommen. Ein vernünftiger Umgang mit dem Umweltphänomen scheint aber nicht absehbar. Stattdessen werden ausgiebige Fotosessions im Katastrophengebiet abgehalten und verstörter Bürger getröstet. In den Medien wird die Katastrophe von Autoren wie Jakob Augstein gerne dafür verwendet, auf den kausal wohl tatsächlich nur indirekt verbundenen Klimawandel hinzuweisen. So könnte man ferner auch sagen: „Thanks Obama“. Dabei sind die Flutkatastrophen ein selbstgemachtes Problem.

Nach der Flut ist vor der Flut

Kanzlerin Merkel ist momentan auf Bildern in Flugzeugen und Hubschraubern zu sehen, über die Flut hinwegschwebend, mit kühlen Kopf einen Überblick gewinnend. Aber viel neues gibt es nicht zu sehen oder zu sagen, es sind die gleichen Lehren, die schon bei der Flut-Katastrophe vor zehn Jahren gezogen wurden – jedoch leider nicht umgesetzt wurden. Eine Kommission hatte nach der Flut 2002 die Empfehlung ausgesprochen, 12.000 Hektar Land im Umkreis der Elbe freizulegen, um dem Fluss beim Steigen des Wasserpegels genug Fläche zum Versickern und Ablaufen des Wassers zu bieten. Es ist leider wenig überraschend, dass nur 20 % dieser Flächen auch realisiert wurden, wie Augstein gegen Ende seiner Kolumne verrät. Stattdessen wird weiter nahe der Flüsse gesiedelt. Wo Augstein die Verbindung dieser Fahrlässigkeit zum menschengemachten Klimawandel sieht, bleibt leider offen.

Steinbrück hält sich raus

Einer, der nicht mit dem Versuch, die Flut für seine eigene Agenda nutzen zu wollen, in Verbindung gebracht werden will, ist Peer Steinbrück. Katastrophentourismus für wahlkampftaugliche Fotos würde den Menschen im Katastrophengebiet nicht helfen, äußerte sich der Kanzlerkandidat der SPD.

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