Offshore-Leaks: Bedrohung für die Steueroasen?

Nach der Veröffentlichung von Dokumenten der amerikanischen Außenpolitik und den geheimen Dokumenten des Vatikans durch die Vati-Leaks ist nun eine neue digitale Groß-Enthüllung bekannt geworden. Unter dem Stichwort Offshore-Leaks sind Daten eines weltweiten Geld-Verschiebe-Netzwerkes abgegriffen und anerkannten Medien weltweit zur Aufarbeitung übergeben worden. Die Million von Dokumenten soll international operierende Steuer-Flüchtlinge und deren Dienstleister belasten. Entwendet wurden die Daten bei nur zwei Unternehmen, die mutmaßlich die Verschiebung von Geldern in die sogenannten Steueroasen organisieren und so Steuerflüchtlinge dabei unterstützen, möglichst wenig Abgaben in ihren Heimatländern zu zahlen.

Umfassendes Datenmaterial

Über 2,5 Millionen Dokumente, zum großen Teil Emails, aus den letzten 30 Jahren werden seit einigen Monaten von einem Konglomerat verschiedener Medien ausgewertet – heute beginnt mit der Bekanntgabe die öffentliche Berichterstattung zum für den Fiskus vielversprechenden Datenleck. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble, der beim Ankauf von Bankdaten aus der Schweiz noch Kritik an der Praxis geübt hatte, soll an den Daten interessiert sein.

Unabsehbare Auswirkungen

Interessant wird, welche Auswirkungen die Enthüllungen auf die Praxis des Geld-Verschiebens haben wird. Der Leak macht deutlich, dass selbst bei professionellem Vorgehen immer ein Risiko besteht, dabei doch aufzufallen. Soziale Ächtung ist die Folge, beim Auftauchen von CDs mit Steuerdaten aus der Schweiz, folgt regelmäßig eine Welle von Selbstanzeigen der verängstigten Steuer-Hinterzieher. Möglicherweise wird der Vorfall das Vertrauen in die sogenannten Steuer-Oasen langfristig erschüttern.

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